Videograf hält eine Sony NEX-FS700 Kamera auf einem DJI Ronin Gimbal vor schwarzem Hintergrund

Was ist eigentlich ein Gimbal?

Es sieht nicht nur futuristisch aus, es ist die Zukunft. Die Rede ist von einem elektrischen System zur Kamerastabilisierung. 

Ein sogenanntes 3-Achsen Gimbal gleicht ungewollte Bewegungen und Wackler mithilfe von speziellen Motoren automatisch aus. Je nach Einstellung des Systems, ist es dem Kameramann möglich, geplante Bewegungen in butterweiche Aufnahmen zu verwandeln. Kombiniert man das Neigen und Schwenken der Kamera nun mit ein paar Schritten, erhält man mit etwas Übung “Dolly-ähnliche” Kamerafahrten die sich sehen lassen können. 

Je nach Hersteller gibt es verschiedene Möglichkeiten die Bewegungen auszuführen. In der Regel unterscheidet man hier zwischen dem “Follow” Modus und der Steuerung mit einem Joystick. Beim “Follow” Modus werden die eigenen Bewegungen ab einem bestimmten Grad als gewollte Bewegung erkannt und umgesetzt. Die Empfindlichkeit lässt sich per App haargenau einstellen. Auch bei der Steuerung mit dem Joystick sind keine Grenzen gesetzt, was die Feinjustierung betrifft. Bei manchen Systemen ist es außerdem möglich die Bewegungen extern per Funk-Controller zu steuern. 

Das Gimbal ist quasi eine moderne Variante der Steadycam (Schwebestativ). Eine Steadycam dient dem gleichen Zweck, funktioniert aber ganz ohne Motoren,  nur durch das Ausbalancieren mit einem Gegengewicht. Manche Regisseure drehen allerdings immernoch mit Steadycam Systemen, da die Ästhetik der Filmaufnahmen anders ist.

Ein Videograf filmt einen Tänzer mit einer Steadycam auf einem Dach
Steadycam beim Dreh (Glidecam HD-4000)

Der Sinn eines solchen Stabilisierungssystems ist, die Kamera zu entfesseln und dem Zuschauer dadurch eine “freie” Sicht zu suggerieren. Der Vorteil eines Gimbals ist vor allem die Flexibilität. Es ist schnell aufgebaut, kalibriert und dabei noch verhältnismäßig klein. Darum lassen sich sehr kreative Fahrten und Bewegungen ermöglichen. Aktuelle Modelle, wie zum Beispiel das DJI Ronin S, bieten sogar das Kontrollieren der Roll-Achse um 360° an, womit sich besonders interessante Effekte erzeugen lassen. 

Die ersten Gimbal-Systeme im Consumer-Bereich waren relativ groß und dafür ausgelegt, sie mit beiden Händen zu führen. Zur Zeit geht der Trend allerdings zum Einhand-Gimbal, wie dem DJI Ronin S. Hier befindet sich die gesamte Aufhängung auf einem einzigen Griff mit integriertem Akku und Bedienelement. Vor allem für Videografen mit DSLR-Kameras eignen sich diese Systeme besonders gut, da sie kleiner und leichter sind. Die meisten Griffe haben am unteren Ende ein Gewinde an das ein kleines Dreibein geschraubt werden kann. Damit kann das gesamte Geschütz jederzeit abgestellt werden. Das ist mit größeren Systemen nicht ohne spezielle Halterung möglich, was die Flexibilität stark einschränkt. 

Für längere Szenen werden häufig sogenannte Gimbal-Westen eingesetzt. Eine Art Rucksack mit Gestell an dem das Setup auf gewünschte Höhe vor dem Operator aufgehängt wird. Die Last überträgt sich damit von den Armen gleichmäßig auf den Rücken, was deutlich erträglicher ist. Besonders gerne werden Gimbal-Systeme auch an anderen Geräten montiert, wie etwa einem Kamerakran oder einer Drohne. Die Bedienung findet dann ausschließlich per Funk statt.

Videograf sitzt am Schreibtisch und macht Notizen

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